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08.08.2014

 

GELDSYSTEM:

VOLLGELD UND MONETATIVE GEWALT

Ein Essay für einen schuldenfreien Staat. 

Die PID setzt sich für ein neues Geldsystem ein, damit der finanzielle Druck in der Gesellschaft abnimmt. Es muss aufhören, dass Leute konstant vom Staat unter Druck gesetzt werden, weil dieser hoch verschuldet ist. Es kann nicht sein, dass der Staat von den Banken als Geisel genommen wird. Ein Staat ist souverän und nicht von Banken abhängig. Der Staat hat der Verfassung nach keine Schuld und kann schalten und walten wie er will. Wenn eine Schule gebaut werden soll, dann muss diese Schule gebaut werden, aber nicht mit verzinslichen Bankanleihen. Der Staat hatte früher das Geldmonopol und konnte durch seine Bank (die Zentralbank) so viel Geld drucken lassen wie er wollte ohne irgendwelche Zinsen zu bezahlen. Dieses Monopol der Geldschöpfung wurde aber seltsamerweise den Geschäftsbanken als Geschenk überlassen mit der Folge, dass der Staat jetzt Zinsen bezahlt. Das ist nicht zu verstehen. Wir als PID wollen ein anderes Geldsystem, was gerechter ist und den Leuten weiterhilft anstatt sie zu erdrücken. Monetär weitermachen wie bisher steuert in eine Sackgasse. Immer mehr Bürokratie und Regulierung sind ebenfalls kontraproduktiv.

Es wird Zeit ein neues Geldsystem zu entwickeln und den Übergang von Giralgeld zu Vollgeld einzuleiten, mit der Etablierung der Zentralbanken als unabhängige Monetative Gewalt. 

Was ist Vollgeld? 

Vollgeld ist die Bezeichnung für ein vollgültiges gesetzliches Zahlungsmittel, herausgegeben durch die Zentralbank. Es ist ein Geldsystem im Interesse der Allgemeinheit, insbesondere der Realwirtschaft. 

Das heutige Geld auf den Girokonten der Banken wird Giralgeld (Buchgeld) genannt. Es ist kein gesetzliches Zahlungsmittel per se, sondern nur ein Anspruch an die Bank, dem Kunden auf Verlangen gesetzliche Zahlungsmittel auszuzahlen. Dieses Giralgeld soll durch staatliches Vollgeld ersetzt werden, das heißt zu einem gesetzlichen Zahlungsmittel werden. Das neu erschaffene Geld ist schuldenfrei (ohne Zins und Regeltilgung) durch öffentliche Ausgaben in Umlauf zu bringen. Die Erhöhung der Geldmenge kommt den öffentlichen und privaten Haushalten zugute und wird nicht länger als Extragewinn auf ungerechte Weise den privaten Banken überlassen. Ein teuerungsneutraler Zuwachs der Geldmenge entspricht dem zu erwartenden Wachstum in der Realwirtschaft. Mit diesem kontrollierten Geldmengenzuwachs auch Seigniorage genannt besteht Spielraum für Steuersenkungen bis hin zur Auszahlung einer Bürgerdividende. Es besteht eine einmalige Gelegenheit die Staatsschuld abzubauen ohne soziale Kürzungen. Mit der Reform ersetzt das Vollgeld, das durch Seigniorage in den Umlauf kommt, das verzinslich per Kredit geschöpfte Geld. Der aktuelle verzinsliche Bestand von altem Kreditgeld würde im Verlauf einiger Jahre durch Vollgeld ersetzt. 

Was bedeutet Monetative Gewalt? 

In modernen Staaten ist die Staatsgewalt in drei Gewalten aufgeteilt und zwar in Legislative (Gesetzgebung), Exekutive (Regierung, Verwaltung) und Judikative (Rechtsprechung).  Es soll nun die Zentralbank auch förmlich zu dem aufgestuft werden, was sie faktisch schon ist, nämlich eine vierte Gewalt: die Monetative. Sie hat die Aufgabe, über die Währung und das Geld zu wachen, insbesondere alles Geld zu schöpfen und die Geldmenge unter Kontrolle zu behalten, sodass das Geld seinen Wert behält. Die Zentralbank war von Beginn an ein unabhängiges Verfassungsorgan mit der Aufgabe, 'Währungshüterin' zu sein. Sie kann diese Aufgabe aber kaum erfüllen, da ihr auf Grund der eigenständigen Geldschöpfung der Banken die Kontrolle über die Geldmenge entglitten ist. Die Zentralbank als Monetative ist unabhängig von Weisungen der Regierung und des Parlaments und nur dem Gesetz verpflichtet. 

Wie soll das Geld in Zukunft geschöpft werden? 

Die Schöpfung des Giralgeldes (über 90% der derzeitigen Geldmenge) liegt zurzeit allein in den Händen der Geschäftsbanken. Nur das Bargeld  (Geldmünzen und Banknoten) stellt zurzeit Vollgeld dar. In Zukunft soll das gesamte Geld als Vollgeld herausgegeben werden und zwar durch die Zentralbanken. Das Vollgeld ist ohne Staatsgarantie sicher, da es außerhalb der Bilanz der Banken geführt wird. Bei Konkurs der Bank fällt das Vollgeld-Guthaben nicht mehr in die Konkursmasse. Der allgemeine Zahlungsverkehr sowie die Kreditvergabe sind bei einer Bankenkrise nicht mehr gefährdet und die Politik mit den Bürgern ist nicht mehr erpressbar. Im Gegensatz zur heutigen inflationären Giralschöpfung der Banken, hat die Zentralbank die Geldmenge erstmals unter vollständiger Kontrolle. Sie kann Preisinflation und Spekulationsblasen abfedern und entgegenwirken in dem sie die Geldmenge nach realwirtschaftlichem Entwicklungspotential steuert. 

Die PID hofft mit diesem Essay einen Ansporn zu geben wie es auch anders möglich ist. Neue Wege im Geldsystem kommt uns allen zu Gute.